Drei oder drei

Ich finde die Sequenz, in der sich Bridget von Hammersmarck mit den drei Basterds in einem Pub trifft wird in dem Moment richtig interessant, in dem Hellstrom sagt: „Dürfte ich mich mal erkundigen?“ Plötzlich wird aus der Unruhe komplette Stille. Das einzige Geräusch, das man hört ist das, des Plattenspielers. Eine Kamerafahrt ohne Schnitt begleitet Hellstrom zum Plattenspieler, wo er die Nadel von der Platte nimmt. Der Plattenspieler wurde schon kurze Zeit zuvor gezeigt, die Musik hat man als Hintergrundmusik wahrgenommen. Jetzt sieht man, wer für die Musik verantwortlich war. Von diesem Moment an kontrolliert Hellstrom nicht nur die Musik, sondern auch den Raum. Danach tritt er aus der Dunkelheit seines „Verstecks“ in den helleren Raum.

Alle stehen stocksteif da, ausser Hellstrom, welcher sich gegenüber Hicox stellt, der am Tisch sitzt. Während sie miteinander reden werden sie aus gegenseitiger Perspektive gefilmt, weshalb Hellstrom wieder überlegen wirkt, weil er aus Unter- und Hicox aus Aufsicht gezeigt wird. Als sich Hellstrom dann setzt, sieht man die meiste Zeit nur Hicox und Hellstrom, wie sie sich gegenüber sitzen. Zwischen ihnen steht Hellstroms Bier, dass eine Distanz zwischen sie bringt. Im Hintergrund kann man immer noch den Barmann beobachten. Während der ganzen Konversation fragt man sich, wie sonst immer bei Landa, was Hellstrom weiss. Das ist aber nicht die einzige Gemeinsamkeit, die er mit Landa teilt. Hellstrom scheint auch eine Art Sprachtalent zu haben. Zumindest spricht er neben Deutsch, noch Englisch. Sein Gesicht verhärtet sich auch extrem schnell, aber es hellt auch sehr schnell wieder auf und ihre Art Leute zu befragen, ohne sie wirklich zu befragen sind sehr ähnlich.

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Anschliessend spielen sie am Offizierstisch eine Art ‚Wer bin ich?‘. Die ganze Zeit über wird entweder in der Halbnahen oder in der Nahen gefilmt. Die genaue Bedeutung dieser Szene habe ich nicht verstanden. Vielleicht wollte Hellstrom damit Macht ausüben, vielleicht haben die Namen, die sie sich gegenseitig gegeben haben eine Bedeutung. Oder vielleicht spielt es eine Rolle, dass am Nebentisch kurz zuvor von Mata Hari gesprochen wurde, welche bekanntlich eine Spionin während des ersten Weltkriegs war.

Dann geschieht die entscheidende Szene. Es gibt einen Over-shoulder shot über Hicox Schulter in dem man drei Elemente erkennt: Hicox drei Finger, sein verschwommenes Gesicht und die Reaktion von Hellstrom darauf. Dadurch ist leicht zu erkennen, dass Hellstrom Hicox durchschaut. Danach kehrt Stille ein.

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Als sie sich dann anfangen zu bedrohen und beide merken, dass sie nicht mehr lebendig aus der Bar kommen, gibt es Nahaufnahmen beider Gesichter. Während Hicox Gesicht eine emotionale Regung zeigt, bleibt Hellstroms Gesicht hart. Es gibt auch noch eine Aufnahme, wo man sieht, wie der Barmann sein Gewehr hinter dem Tresen in die Hand nimmt, während er so tut als würde er lesen, was vermuten lässt, dass er schon die ganze Zeit mitgehört und zugeschaut hat.

Der Schusswechsel am Ende geschieht mit vielen Schnitten, Blut, Staub und Zooms auf verschiedene Personen. Man hat keinen wirklichen Überblick, wer schon tot ist oder noch lebt, bis man ein Überblick über den leeren Pub sieht.

Im ganzen gibt es in der Sequenz keine Musik, ausser bei Stiglitz kurzem Flashback. Die Beleuchtung beleuchtet nur die Menschen, der Rest bleibt im Dunkeln. Die Einstellungen sind nicht sehr abwechslungsreich, der Fokus bleibt meist auf Hellstrom und Hicox.

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Blade Runner

Blade Runner, ein Film, den ich schon immer einmal sehen wollte, aber es bis vor kurzem doch noch nie gemacht habe. Schliesslich hatte ich die Möglichkeit ihn in Dgm zu schauen.

Der Film spielt in einem dystopischen Los Angeles im Jahr 2019. Die Menschen haben Jahre zuvor menschenähnliche Roboter erschaffen, die man als Sklaven arbeiten liess. Irgendwann begannen sich die Roboter, gennant Replikanten, zu wehren und es gab einen Krieg. Die Replikanten wurden fast vollkommen ausgerottet, nur noch vier (bzw. fünf, wie sich später herausstellt) leben und verstecken sich auf der Erde. Replikanten können nur vier Jahre lang leben und sie bekommen falsche Erinnerungen eingebaut. Sie sind ausserdem stärker als Menschen, aber empfinden auch Gefühle. Auf der Erde gibt es sogenannte Blade Runner, die Replikanten aufsuchen und sie umbringen. Rick Deckard ist auch einer davon.

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Die Geschichte handelt davon, wie Rick Deckard am Anfang Replikanten nur für Maschinen hält, aber, als er sich dann in Rachael verliebt, eine Replikantin, die bis vor kurzem nicht einmal wusste, dass sie eine Replikantin ist, ändert sich seine Einstellung gegenüber den Robotern. Zuerst denkt er man sei nicht „menschlich“, wenn man seine Erinnerungen nicht tatsächlich erlebt hat. Schlussendlich merkt er dann, dass Rachael, nicht weniger wert ist, als er und es nur wichtig ist, was man fühlt.

Nebenbei gibt es noch die Storyline eines anderen Replikanten namens Roy Batty, dessen vier Jahre bald um sind. Er möchte aber verständlicherweise nicht sterben, weshalb er seinen Erschaffer aufsucht und ihn dann umbringt, weil er anscheinend Roys Leben nicht verlängern kann. (Das macht überhaupt keinen Sinn, denn er hat das Können menschenähnliche Roboter herzustellen und deren Lebenszeit auf vier Jahre einzugrenzen, aber die Lebenszeit im Nachhinein verlängern kann er nicht?) Schlussendlich gibt es einen Kampf zwischen ihm und Rick Deckard, den Roy gewinnt, aber er verschont Deckard und stirbt dann.

Im Director’s Cut gibt es dann noch eine Szene am Schluss, die andeutet, dass Rick Deckard selbst ein Replikant ist.

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Teilweise fand ich den Film ziemlich verwirrend. Wahrscheinlich liegt das nur an mir, aber ich habe erst im Nachhinein gemerkt, was der Traum mit dem Einhorn eigentlich zu bedeuten hat. Die Special Effects sind natürlich in den letzten 35 Jahren besser geworden, deshalb kann ich dazu auch nicht viel sagen. Die eigentliche Geschichte fand ich aber gut und hat mich zum Nachdenken angeregt. Spielt es eine Rolle, ob jemand ein Replikant, oder ein Mensch ist? Einige führten ein ziemlich normales Leben und schienen nicht gefährlich zu sein. Weshalb muss man sie deswegen umbringen? Die Roboter haben auch Gefühle, weshalb sie nicht nur Maschinen sind, die man wieder ausschalten kann, wenn man sie nicht mehr braucht. (Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen es Robotern erlauben Gefühle zu haben und ihnen Erinnerungen zu geben? Dass man das vermeiden sollte, ist doch das Erste, was man lernt, wenn man einen Roboter bauen will.) Grundsätzlich hat mich der Film aber nicht enttäuscht und er hat mir sehr gefallen.

YouTube und so

  • Was sind die wichtigsten Erfahrungen, die Sie gesammelt haben?

Eine wichtige Erfahrung, die wir gemacht haben ist, dass es nicht ganz einfach ist, Leute dazu zu bewegen vor die Kamera zu stehen und, dass es teilweise sehr enttäuschend ist, wenn Leute einen abweisen. Ausserdem haben wir gemerkt, dass es viel Mut braucht Leute anzusprechen.

  • Was lief aus Ihrer Sicht gut, was weniger?

Unsere Teamdynamik und Teamarbeit verlief gut. Wir haben uns eigentlich nie gestritten, obwohl wir manchmal anderer Meinung waren. Arbeitsteilung.

Von Anfang an war eigentlich klar, wer was machen will und jeder war mit der definitiven Einteilung zufrieden, was überhaupt keine Selbstverständlichkeit
ist.

Es gab auch bei uns Unklarheiten und Verstimmungen. Wir wurden uns oft nicht einig, wer nun die Leute anspricht, sie fragt, vor die Kamera zu treten und oft hat es uns an Selbstvertrauen gemangelt wirklich auf sie zuzugehen. So gingen uns leider einige Leute vollkommen durch die Lappen.

Das wohl am häufigsten auftretende Problem war die Technik. Das Mikrofon wollte nicht, die Kamera stellte nicht auf scharf, kein Speicherplatz mehr und das nervenaufreibende Warten. Warten, bis das Video endlich auf dem Computer oder Youtube hochgeladen war.

Wenn es keine speziellen Anlässe gab war es schwierig, Ideen für die Videos zu finden.

Der Zeitdruck machte das ganze nochmal etwas stressiger.

Ein spezifischer Nachteil unserer Gruppe war, dass wir aus verschiedenen Klassen sind. So hat die eine Zeit, die andere aber nicht.

  • Was gefällt Ihnen an Ihren Videos besonders gut? Worauf sind Sie stolz?

Uns gefällt, dass sie trotz Zeitdruck relativ gut geworden sind und wir waren stolz, als wir erfahren haben, dass anderen unsere Videos gefallen.

  • Was würden Sie bei einem nächsten Durchlauf anders machen? Welche Tipps haben Sie für Nachfolgerinnen/Nachfolger?

Zuerst immer schauen, ob alle technischen Geräte funktionieren, immer genug früh anfangen und dass wenn man eine Idee hat sie einfach umsetzt. Spontan sein. Nicht auf seiner eigenen Rolle beharren, alle immer zusammenarbeiten. Kompromisse müssen gefunden werden.

  • Was haben Sie – einzeln und als Gruppe – in dieser Projektphase gelernt? Unterscheiden Sie dabei verschiedene Bereiche Ihrer Arbeit.

Jeder hat gelernt, in seiner Rolle besser zu werden, aber man hat auch von den anderen gelernt.

In der Gruppe zusammenzuarbeiten und zu organisieren.

Wir haben gelernt, ein Youtube Video, auch wenn es kurz und vielleicht qualitativ nicht das hochwertigste ist, zu machen. Ausserdem respektieren wir nun die Personen, die Videos von Beruf machen. Es steckt nämlich sehr viel Arbeit dahinter.

Ich persönlich habe mich natürlich ein wenig im bearbeiten von Videos verbessert. Aber vor allem habe ich gelernt ein wenig zu improvisieren, da ich nur iMovie für den Schnitt zur Verfügung hatte. So habe ich zum Beispiel Keynote benutzt um die Schriften zu animieren.

Da ich immer unter Zeitdruck stand musste ich das Video auch bearbeiten, wenn ich nicht wirklich motiviert war und das Video dann auch hochladen, wenn ich nicht hundert Prozent zufrieden damit war.

  • Wie haben Sie Feedback erhalten? War es konstruktiv und positiv? Konnten Sie Rückmeldungen (welche) umsetzen?

Am meisten geholfen hat das Feedback der Dgm Klasse, da es konstruktive Kritik war. Aber es hat uns auch ermutigt, Rückmeldungen von anderen Schülern und Lehrern zu bekommen. Speziell von der Schulleitung oder von Ex-KSWE-News-Schülern.

Echte falsche Monster

In dem Magazin Break Out! gibt es einen Artikel namens „Echte falsche Monster“, geschrieben von Philipp Sickmann. In dem Text geht es um Spieler mit psychischen Krankheiten. Hauptsächlich geht es um die Krankheit OCD. Der Name OCD kommt aus dem englischen und heisst obsessive-compulsive disorder. Es ist eine Zwangsstörung, bei der Betroffene Dinge unnötigerweise wiederholen oder alles ordnen muss. Sie reden sich dabei ein, dass wenn sie etwas nicht eine gewisse Anzahl von Malen machen, etwas Schlimmes, wie ein Unfall, passieren wird. Dabei ist ihnen zwar bewusst, dass das nur Unsinn ist, aber die Gedanken verschwinden erst, wenn die Aktion ausgeführt worden ist. Bei Computerspielen kann das zu einem Problem führen, da man z.B. alle Missionen ausführen muss, mehrmals Truhen checkt oder nur rechts oder links läuft. Dadurch braucht man viel länger, um das Spiel zu bewältigen oder einen Gegner zu besiegen. Heutzutage gibt es auch Spiele, die zeigen sollen, wie sich gewisse psychische Krankheiten anfühlen, wie das Spiel OCDemons, bei dem man immer wieder seine Items checken und die Umgebung die ganze Zeit beobachten muss.

„Wenn ich spiele, muss ich oft alles überprüfen – immer und immer wieder lese ich die Beschreibung eines Items oder checke eine Truhe, obwohl ich weiss, dass ich das schon getan habe, Wenn ich das nicht mache, dann bekomme ich es mit der Angst zu tun.“

Ich kann solche Zwänge sehr gut nachvollziehen. Ich game leider nicht so oft, aber wenn ich Spiele auf dem Handy spiele, versuche ich meistens alle Coins einzusammeln, oder bei Geometry Dash keine unnötigen Zwischhüpfer zu machen. Irgendwann gebe ich es dann jedoch meistens auf.

Vor ein paar Jahren, war das aber schlimmer. Ich musste alles links und rechts immer gleich machen. Das heisst, wenn ich mit einem Fuss auf einen Ast stand, lief ich zurück um mit dem anderen Fuss auch so auf den Ast zu stehen. Oder wenn ich mit dem einen Finger ein L auf der Tastatur tippte musste ich bald darauf auch S tippen. Aber auch am Abend musste ich mich immer, wenn ich ein Geräusch hörte, im Bett aufsetzen und mich umschauen, inklusive unters Bett, weshalb ich Mühe hatte einzuschlafen. Das klingt extrem dumm, wieso würde ich so etwas machen? Ich habe mir dann manchmal gedacht, wieso sollte ich mich umschauen, wenn da sowieso niemand ist? Dann hat sich aber der Gedanke durchgesetzt, falls da doch wer ist ich selbst Schuld wäre, wenn ich sterben würde. Irgendwann wurde es dann unerträglich und ich habe einfach versucht diese Zwänge zu ignorieren. Auf eine Art war es einfach, da es sich angefühlt hat, als ob ich gegen meine eigenen Gedanken rebellieren würde. Mittlerweile habe ich so gut wie keine solche Zwänge mehr.

Aber noch immer kann ich es nicht ausstehen, wenn etwas asymmetrisch ist. Erst neulich im Kino hatte ich eine kleine Krise, da Doctor Stranges Mantel nicht symmetrisch ist. Wer bitte hat diesen Mantel designt?

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Rewards

Werden wir irgendwann nur noch etwas machen, wenn wir dafür belohnt werden?

Werden wir eines Tages nicht mehr für etwas arbeiten, da wir durch weniger Aufwand auch belohnt werden können?

Fast jeder spielt heutzutage irgendein Spiel auf dem Handy ob es „Flappy Bird“ oder „Crossy Road“ oder „Candy Crush“ ist. (Bei mir ist es Best Friends, momentan bin ich bei Level 159 und ich schäme mich nicht.) Man bekommt immer wieder Belohnungen für meist kleinen Aufwand.

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„Ich weiss nicht, aber wenn wir uns mehr und mehr daran gewöhnen für „jede chlinschti furz“ eine Belohnung zu bekommen, verlieren wir dann möglicherweise jegliche Motivation uns im richtigen Alltag noch anzustrengen? Finden wir die Realität irgendwann so Scheisse, dass keinen Fuss mehr in sie setzten wollen, weil sie uns einfach viel zu anstrengend geworden ist?“                     –„Und was bekomm ich dafür?“

Natürlich ist diese Aussage übertrieben, doch ertappe ich mich viel zu oft dabei, wie ich noch ein Level zu knacken versuche, wenn ich eigentlich lernen oder mein Zimmer putzen sollte. Weil wenn ich wieder ein Level geschafft habe, werde ich ja auch belohnt. Vielleicht bringt es mir in dem Moment sogar noch mehr, als wenn ich lerne, da die Prüfung erst später ist und ich die Note noch viel später zurück bekomme. Und wenn ich mein Zimmer putze ist die einzige Belohnung , die ich dafür bekomme, dass es danach sauber ist. Wieso l
eben wir dann nicht nur noch in der virtuellen Welt, wenn man da öfters belohnt wird?

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Belohnungen müssen nicht immer ewas Sachliches sein. Es kann auch ein Lächeln sein, das man bekommt, wenn man jemandem hilft, oder die Freude die man verspürt, wenn man sein aufgeräumtes Zimmer anschaut. Das geschieht auch durch unser Belohnungssystem. Wenn also jemand danke sagt, wird im Körper Dopamin, ein Glückshormon, ausgestossen, welches das Empfinden von Glück verstärkt. (Bei manchen Menschen, wie welche mit ADHS funktioniert dieses Belohnungssystem nicht gleich wie unseres und es wird nur wenig Dopamin ausgestossen.)

Ich denke ich brauche beide Arten von Belohnungen. Wenn mir niemand mehr danke sagen würde oder ich mich nicht mehr trauen würde über den Rand meines Computers zu schauen, da mein Zimmer so schlimm aussieht, würde es mir sehr bald auch schlecht gehen.

Die Tetris These

Martin Jüstel, schreibt darüber, wie er die Welt in Tetrisblöcken sieht. Tetris, das Computerspiel aus den Achtzigern, das bestimmt schon jeder einmal gespielt hat. Er erzählt davon, wie jeder Block eine Information und eine Reihe ein Zusammenhang von Informationen ist, die dann im Unterbewusstsein abgespeichert werden. Es gibt kein wahr oder falsch. Es geht darum, was man wahrnimmt und nicht um das, was richtig ist. Jeden Tag bauen wir neue Tetrissteine ein, bis wir Game Over sind.JO-D-120713-TetrisNightmare.jpg

„Im Informationszeitalter, in dem wir nicht wissen, was wir glauben sollen, in dem wir uns nicht sicher sein können, was fake oder real ist, gibt mir TETRIS Halt. Denn es geht gar nicht m die Wahrheit. Es geht einzig um die Wahrnehmung. Und dabei sind alle Sichtweisen erlaubt und keine Lösungsansätze verboten.“

Ich glaube diese These kann helfen, zu verstehen, wie andere Menschen eine eigene Meinung haben oder an etwas anderes glauben können. Je nachdem, wie der Tetrisblock eingebaut wird, welche Form er hat oder mit welchen anderen Blöcken er verbunden wird, so sieht jeder etwas anderes. Zum Beispiel wurde vor einiger Zeit ein soziales Experiment durchgeführt, bei welchem die Information verbreitet wurde, dass man Spinnen während des Schlafes verschluckt. Diese Information bzw. dieser Tetrisblock wurde in eine Reihe eingebaut und dann abgespeichert, als eine für wahr gehaltene Information. Ob die Information nun richtig oder falsch ist, man hat sie eingebaut und geglaubt sie sei wahr. Diese These bezieht sich also nur darauf, was der Mensch sieht und glaubt.

„Diese Art von Copy-and-Past-Kommunikation passiert ständig, immer und überall: wenn wir sprechen, gestikulieren oder einfach nur sehen und gesehen werden. Nicht jede Äusserung kommt dabei genau so beim Gesprächspartner an, wie sie gemeint war. Es ist ja immer der Empfänger, der entscheidet, wie er die Informationen in sein System integrieren will und wie die Aussage zu verstehen ist.“

Das heisst, es kommt darauf mit welchen Leuten wir uns umgeben, aber auch wie wir das interpretieren, was sie sagen und machen. Das heisst wir funktionieren nicht wie ein Computer, der jede Kopie gleich interpretiert, wie das Original. Wir Menschen können Informationen, wie zum Beispiel nonverbale Kommunikation, unterschiedlich interpretieren und daraus verschiedene Schlüsse ziehen.

Wenn man die Welt so ansieht, kann man vielleicht auch verstehen, wieso gewisse Leute zum Beispiel für Trump abgestimmt haben. Sie sind vielleicht in einer anderen Umgebung als ich aufgewachsen und haben die Informationen deswegen anders verknüpft. Was ich als rassistischen Kommentar interpretiert und gespeichert habe, ist bei einem anderen vielleicht als ehrliche Meinung angekommen.

The Stanley Parable

The Stanley Parable ist ein Computerspiel, dass vor drei Jahren erschienen ist. Im Spiel spielt man als einen Charakter namens Stanley, der in einem Büro arbeitet und eines Tages keinen Auftrag mehr bekommt und herausfinden möchte warum. Eine Erzählerstimme kommentiert auf sarkastische Weise immer, was Stanley gerade tut und sagt ihm wohin er gehen und was er machen sollte. Wenn man seinen Anweisungen folgt lebt Stanley am Schluss weiter, doch wenn nicht, stirbt er jedes Mal auf eine andere Weise und das Spiel beginnt wieder von Anfang. Doch wer ist Stanley eigentlich und wer ist der Erzähler?  Und da ich gerne Theorien aufstelle, habe ich mir einmal Gedanken dazu gemacht, wer Stanley sein könnte:

Ich denke, dass Stanley und der Erzähler „reale“ Menschen sein sollten, die irgendwie in diese virtuelle Welt  eingeschlossen worden sind und nichts anderes tun können, als das Spiel immer wieder von neuem zu starten und alles wieder zu vergessen. Jedes Mal, wenn Stanley stirbt, wird er wieder an den Anfang gesetzt und muss den Weg erneut laufen, um dann noch einmal zu sterben. Der Erzähler und Stanley versuchen sich gegenseitig so zu nerven, indem der Erzähler die Map immer wieder umschreibt und Stanley machen lässt was er will. Stanley versucht sich dagegen zu wehren, indem er nicht immer das macht, was der Erzähler gerne möchte. Aber beide haben nicht wirklich einen Einfluss in was sie machen, denn eigentlich ist jeder ihrer Schritte und Worte vorprogrammiert.

Für diese Theorie spricht das Museum Ende. Wenn man zu diesem Ende gelangt, wird der Erzähler plötzlich durch eine Frauenstimme ersetzt und erzählt, dass Stanley und der Erzähler sich gerne zerstören und kontrollieren würden und beide gerne frei wären. Danach bittet sie den Spieler darum, das Spiel abzubrechen, weil man sonst den Weg eines anderen geht.

Ab 3:50

Ebenfalls dafür spricht das Confusion Ending. Auf einem Bildschirm steht da geschrieben, was genau beim Confusion Ending passiert. Der Erzähler regt sich darüber auf und will nich noch einmal neu starten trotzdem endet es plötzlich mitten in seinem Satz. Das bestätigt, dass das beide programmiert wurden und keinen wirklichen Einfluss auf das haben, was sie im Spiel machen.

Ab 9:50

Ich finde meine Theorie bis jetzt ganz plausibel, auch wenn noch nicht klar ist, wieso sie da eingesperrt sind und wer ihre Schritte programmiert. Vielleicht gibt es irgendwann eine Fortsetzung des Spiels…